März 2009


Freitag, 19. März 2009

Der Kreis schließt sich - das spontane Ende einer langen Reise

Am 11.02. sind wir wieder auf dem australischen Festland angekommen. Ohne uns noch Melbourne anzugucken, sind wir in Richtung Sydney gefahren. Sehr viele Sehenswürdigkeiten gab es auf dem Weg nicht und so sind wir innerhalb von 3 Tagen in Sydney gewesen. Leider waren wir während unserer Zeit in Australien nicht mal in der Hauptstadt, Canberra, aber Regierungsgebäude finden wir auch nicht übermäßig interessant.

In Sydney haben wir auf einem ziemlich assigen Campingplatz, ca. eine halbe Fahrtstunde vom City Centre entfernt, in einem Bungalow eingecheckt, weil wir das Auto ja verkaufen und vorher ordentlich putzen mussten. Nachdem wir olle Manny ausgeräumt hatten, war die Hütte komplett zugemüllt. Man glaubt gar nicht, was man alles in so einem Auto transportieren kann. Am nächsten Tag haben wir die gute Kiste wieder zum Glänzen gebracht und noch einen neuen Service machen lassen. Im Gegensatz zum letzten Service in Rockingham, wurde diesmal nicht an olle Manny rumgemäkelt und wir haben einen sauberen Serviceschein zum Vorzeigen bei potentiellen Käufern bekommen.

Zum Autoverkauf hatten wir uns eine ziemlich blöde Zeit ausgesucht. Wir wollten olle Manny für 7000 A$ wieder verkaufen. Immerhin hatten wir gerade erst noch den Service bezahlt und auch die Ausrüstung ordentlich aufgestockt. Es hat sich aber nur ein Bayer mit seiner russischen Freundin gemeldet. Wegen den beiden sind wir zweimal im Feierabendverkehr vom Bungalow ins City Centre gefahren, so dass er Testfahren konnte. Er wollte dann noch einen Mechaniker rüber gucken lassen, aber der hatte irgendwie nie Zeit. Der Bayer hatte auch absolut nichts zu beanstanden, nur die Kilometer (mittlerweile knapp 320.000) waren ihm am Ende dann doch zuviel. Gerne hätten wir den beiden unser Lieblingsauto aber auch nicht gegeben.

Nach drei Nächten in dem Bungalow sind wir nach Sydney ins YHA-Central gezogen. Ein sehr geiles Hostels. Dort haben wir ein Doppelzimmer (leider mit Doppelstockbett) gebucht und die letzten Nächte in Australien in „Luxus“ genossen. Johanna und René haben wir in Sydney auch wieder getroffen. Die waren in einem Hostel in der selben Straße untergebracht und sind einen Tag vor uns wieder nach Deutschland geflogen. Den beiden hat das Auto einen Strich durch ihre Reisepläne gemacht. Obwohl ihr Pajero wohl erst um die 150.000km runter hatte, hat er in Adelaide komplett Schlapp gemacht und wurde für 500 A$ an eine Werkstatt verkauft.

Am Montag hatten wir unseren Flug nach Frankfurt für Freitag gebucht. Mit dem Qantasmitarbeiter hatten wir wieder mal Glück. Er war sehr verständnisvoll und wir mussten keine Umbuchungsgebühren zahlen, nicht mal Bearbeitungsgebühren.

Als wir dann direkt in Sydney gewohnt haben, haben wir Flyer in der Stadt, vor allem in den Hostels, verteilt und den Preis auf 5200 A$ gesenkt. Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, wären wir nicht so schnell mit dem Preis runter gegangen. Jedenfalls kamen so dann einige Interessenten zusammen. Zuerst haben wir uns mit zwei Schweden getroffen. Die beiden waren echt cool drauf und hätten Manny auch sofort genommen. Blöd nur, dass sie kurz vorher einen Camper gemietet haben, den sie trotz eifrigem telefonieren nicht mehr stornieren konnten. Als nächstes kamen dann zwei tuffige Franzosen. Die haben sich ewig in unserem Bett gewälzt und wollten uns das Geld unbedingt überweisen, weil sie soviel Geld nicht so schnell abheben können. Das war uns aber zu unsicher. Kurz danach haben wir uns mit einem sehr sympathischen kanadischen Pärchen getroffen. Die wollten das Auto haben und konnten uns 1.000 A$ Anzahlung geben. Den Rest wollten sie und am nächsten Tag geben und wir ihnen die Autoschlüssel.

Jedenfalls waren wir froh, dass wir unser Auto nicht für einen Appel und n Ei an den Kings Cross Car Market abgeben mussten. Mit dem Geld in der Tasche haben wir Johanna und René auf ein Bier eingeladen und waren dann noch in einem Club mit Liveband. Am nächsten morgen hatten wir einen ganz schönen Kater. Josh und Nicole, die Autokäufer, haben uns gebeten, ihnen bei der Ummeldung vom Auto zu helfen. Da hatten wir zwar gar keine Lust drauf, aber andersrum sind wir ja auch auf der sicheren Seite, je schneller wir die Ummeldung hinter uns bringen. Wobei man als Verkäufer eigentlich nur einen Schein, auf dem man die Adresse und den Namen des Käufers einträgt, beim RTA abgeben muss.

Donnerstag waren wir dann noch am Bondi Beach shoppen und haben auf dem Paddy’s Market in der City Souvenirs gekauft.

Zurückgeflogen sind wir dann am Freitag den 16.02.2009 und am Samstag um 5:00 morgens in Frankfurt gelandet. Da es in Deutschland geschneit hat und die Straßen glatt waren, haben wir uns dazu entschieden mit dem Zug nach Berlin zu fahren und uns nicht von meinen Eltern in Frankfurt abholen zu lassen.

Wir sind jetzt schon einen Monat wieder zu Hause in Deutschland und es hat sich nichts verändert. Im Gegenteil, es war extrem erschreckend, wie normal es gleich wieder zu Hause war. Wenn der Jetlag nicht gewesen wäre, hätte man denken können, dass wir gerade von einem zweiwöchigen Urlaub an der Nordsee wiedergekommen sind. Australien war für uns schon wieder ganz weit weg.

Meine Eltern haben eine super schöne DVD mit Videomaterial von unserer Reise (wir haben die vollen Bänder ja immer nach Hause geschickt) zusammengestellt. Beim gucken ist uns erstmal klar geworden, was wir in den letzten acht Monaten so erlebt haben und trotzdem war es irgendwie alles ein bisschen unwirklich.

Unsere Zeit in Australien war definitiv eine der besten Zeiten unseres Lebens und wir können jedem, der davon träumt was Ähnliches zu machen, nur empfehlen, ins kalte Wasser zu springen und diese Erfahrung zu machen.

Allerdings sollte man sich auch gut vorbereiten und Geld sparen. Viele Backpacker fliegen direkt nach dem Abi mit dem Working Holiday Visum nach Australien und müssen nach zwei Wochen schon arbeiten, weil das Geld nicht reicht. So schaffen sie es dann einmal die Ostküste hoch und wieder runter, bevor sie nach 12 Monaten wieder nach Hause fliegen. Lieber ein Jahr länger sparen und dann wirklich das ganze Land kennen lernen.