Juni 2008


Montag, 03. März 2008

Kein zurück!!!

Holt den Sekt raus und lasst die Korken knallen - wir haben gebucht.

Wir haben es tatsächlich getan und uns bei Step In für ein Work & Travel Jahr in Australien angemeldet. Jetzt gibt es kein zurück mehr (jedenfalls nicht so leicht). Los geht es am 16.06.2008 von Frankfurt über Singapur nach Sydney.

Für die, die sich jetzt fragen: „Who the fuck is Step In“ hier eine kurze Aufklärung. Step In ist eine Organisation, die einem bei der Planung und Vorbereitung des Working Holiday Jahres unterstützt und auch über eine Partnerorganisation direkt in Australien bei der Jobsuche und anderen Fragen behilflich ist. Theoretisch braucht man so eine Organisation nicht. Flug- und Hostelbuchungen sind ja heutzutage für keinen mehr ein Problem. Das Visum muss man so wie so alleine im Internet beantragen (es sei denn man gibt Step In seine Kreditkartendaten) - das ist aber auch absolut kein Problem. Eine Anleitung dazu findet man auch überall im Internet. Uns gibt so eine Organisation aber ein sichereres Gefühl und man erhält einige Tipps und Infos, die man für so ein Jahr braucht - klar kann man auch über all im Internet recherchieren oder in diversen Backpacker Handbüchern nachlesen. Trotzdem, das Gefühl im Notfall immer einen Ansprechpartner zu haben, ist uns das Geld wert - wir würden übrigens auch nicht soooo viel mehr sparen, wenn wir alles selbst buchen würden, da wir ein Frühjahrsspecial für 1590,00 Euro gebucht haben.

Nachdem etwas Papierkram und die Anzahlung an Step In gingen, haben wir unser Visum beantragt. Wie schon kurz erwähnt, ist das eine der einfachsten Sachen der Welt - absolut schnell und unbürokratisch. Einfach auf die Internetseite gehen, das Anmeldeformular für Working Holiday Maker auswählen, die Reisepassnummer, die Adresse und das Geburtsdatum eingeben, ein paar mal auf ja, ein paar mal auf nein klicken, Kreditkartendaten eingeben, wegschicken, fertig. Einen Tag später hatten wir unser Visum dann schon im E-Mailpostfach.

Auch die wichtigsten Impfungen haben wir uns schon abgeholt. Gegen Hepatitis A+B sollte man sich spätestens ein halbes Jahr vor Abflug impfen lassen, da man hiervon 3 Impfungen braucht.

Jetzt müssen wir uns noch Gedanken über die Versicherung machen und andere Kleinigkeiten erledigen. Woran man alles so denken sollte, könnt ihr in unserer Checkliste unter Infos nachlesen.


Sonntag, 15. Juni 2008

Ab nach Frankfurt

Heute geht es nun endlich los. Komischerweise bin ich noch ganz ruhig und nicht total nervös, wie ich es in den letzten Tagen öfter war. Chris ist sowieso ganz gechilled.

Nachdem wir am Vormittag noch kurz bei Chris Eltern waren, um uns zu verabschieden, hat uns meine liebe Mutti nach Bad Saarow zum Bahnhof gefahren (Toby und Papa waren ja in Hannover Volleyball spielen). War aber vielleicht auch gar nicht so schlecht, weil der Abschied dann nicht so schwer war. Meiner Mutti und mir ist es auch so sehr schwer gefallen. Für alle Nichtfamilienmitglieder waren diese Informationen jetzt völlig uninteressant, aber ab 16.06.2008 wird es vielleicht ein bisschen spannender.

Chris Schwester Nicole haben wir noch kurz in Fürstenwalde auf dem Bahnhof verabschiedet und um 13:56 Uhr ging es dann von Berlin per ICE nach Frankfurt. Zum Glück war es heute nicht so warm, das wäre sonst mit dem Gepäck echt hart geworden. Chris Rucksack wiegt circa 23 kg und meiner circa 18 kg. Dazu kommt dann noch der Tagesrucksack mit auch jeweils 7 kg. Wahrscheinlich würde ich mich das nächste mal für einen Trolli entscheiden. Holger hat uns dann um 18:30 vom Bahnhof abgeholt. Wir konnten bei ihm eine Nacht schlafen, was echt hilfreich war. Am selben Tag auch noch zu fliegen, wäre total stressig geworden. Nachdem wir ein, bzw. ein paar Bierchen getrunken und das EM-Spiel Türkei gegen, ähm Tschechien oder so, gesehen hatten, sind Chris und ich dann auch schon ins Bett gegangen.


Montag, 16. Juni 2008

Sydney, wir kommen!

So, heute bin ich nun doch ziemlich nervös und frage mich mal wieder, was wir hier eigentlich machen. Chris ist immer noch die Ruhe in Person. Das wird sich wohl auch nicht mehr ändern - der Glückliche.

Nach dem Frühstück hat Holger dann eine private Stadtrundfahrt mit uns gemacht. Sooo hässlich ist Frankfurt ja dann doch nicht. Danach sind wir zur Ablenkung noch zum Schloss Auerbach nach Bensheim zwischen Frankfurt und Heidelberg gefahren. Das Schloss sieht eher aus wie eine Burgruine und man hat eine super Aussicht. Komisch, dass ich nicht mal da war als ich noch in Heidelberg gewohnt habe.

Um 18:50 hat uns Holger dann zum Flughafen gebracht. Mir war so schlecht, dass ich auf dem Parkplatz erstmal neben Holgers Auto gekotzt habe ;) Ein schönes Dankeschön, oder?

Um 20:00 Uhr haben die Qantas Schalter zum Check-In geöffnet. Die Step-In Mitarbeiterin war (wie verabredet) 20.30 da. Von ihr haben wir dann auch unsere Flugtickets bekommen. Die Plätze waren (entgegen unserer Information die da hieß: Wer zu erst kommt mahlt zu erst) bereits vorreserviert. Nachdem ich der Step-In Mitarbeiterin erzählt habe, dass ich Flugangst habe und gerne einen Fensterplatz hätte, hat sie für uns noch Plätze am Fenster besorgt. Das ist auch zum Schlafen ganz angenehm.

Wir hatten ein bisschen Sorgen wegen unserem Gepäck, weil wir laut unserer Wage etwa 5 kg Übergepäck hatten. Die Wage am Flughafen hat dann aber 40,2 kg angezeigt - also haben wir das Gewicht bis fast auf’s Gramm genau eingehalten. Das Pärchen vor uns musste übrigens 5 kg vom Gepäck ins Handgepäck umpacken.

Um 23:55 ging der Flieger dann von Frankfurt nach Singapur. Die Boing 747 war echt enger als gedacht - so wie im Zug - und zu dem noch überbucht. Hätte echt gedacht, dass man auf Langstreckenflügen ein bisschen mehr Platz hat. Zum Glück hatte jeder Sitz ein Entertainment System mit Filmen, Musik und Spielen. So verging die Zeit etwas schneller.

Nach dem Start haben wir es uns ein wenig bequem gemacht und sind gerade wegdöst, da kam ein freundlicher, wahrscheinlich singapurischer Asiate mit einem Tablett an und wollte mir was zu Essen andrehen. Da ich keinen Hunger hatte, sagte ich ihm, dass ich nichts möchte. Als er sich aber nicht abwimmeln ließ und ich dann auch noch meinen Namen auf dem Tablett las, war klar, dass das mein vegetarisches Essen ist. Und das um 01:00 nachts, außerdem waren wir gerade bei McDoof. Nach der vorsichtigen Frage: Do I have to eat it now? Sagte der nette Steward mit einem leicht schwulen Touch... eat it or skip it. Natürlich viel netter - wie Flugbegleiter halt so sind. Einmal im Flugzeug umgeguckt, war ich wohl die einzige die jetzt ihr Essen essen sollte. Na gut, ein bisschen Obst geht immer. So eine halbe stunde später hatten die anderen Passagiere dann auch ihr Essen. Es gab übrigens gefüllte Nudeln mit Broccoli und dazu Obstsalat. Chris hatte Chicken mit eigenartigem asiatischen Kartoffelbrei und dazu so etwas wie Tiramisu. Circa 10 stunden später (es war immer noch, oder schon wieder, dunkel draußen) wurde ich wieder geweckt (na ja aus dem dösen gerissen), weil es Frühstück gab. Wieder ein extra Vegetarian Meal. Pilze, kleine Kartoffeln und Bohnen. Igitt wie eklig, doch nicht zum Frühstück. Wusste gar nicht, dass in einem Croissant Fleisch ist. Der Chris hat nämlich ein Croissant und ein Brötchen mit Käse, Wurst und Marmelade bekommen.

So circa 18:00 nach Singapur Zeit sind wir in Singapur gelandet und mussten dort aus der Maschine aussteigen, als sie betankt wurde. So hatten wir circa zwei Stunden Aufenthalt in der Ankunftshalle vom Flughafen und mussten mit unserem Handgepäck noch mal durch die Sicherheitskontrolle.

Wieder im Flieger auf unserem Platz ging es dann weiter 7 Stunden Richtung Sydney. Unsere Beine haben ganz schön wehgetan und sind auch etwas angeschwollen - trotz Thrombosestrümpfen. Man muss sich echt dazu zwingen öfter im Flieger aufzustehen. Macht sich nur blöd wenn der Typ, der im Gang sitzt, pennt. Man möchte ihn ja nicht ständig wach machen. Jedenfalls sind wir am 18.06. gegen 5:00 in Sydney gelandet und haben uns dort mit Craig von der Work & Travel Company getroffen, der uns gleich mit einem „How are you Guys?“ und einem dicken Grinsen empfing. Hier kriegt man wirklich überall in jedem kleinen Laden zu hören „How are you?“. Naja eine richtige Antwort erwarten die darauf wahrscheinlich nicht, aber es wirkt irgendwie nett, auf uns kühle Deutsche.

Mit dem Bus wurden wir dann in unser Hostel gebracht. Wir waren schon ziemlich fertig und theoretisch hätten wir bis min. 19:00 wach bleiben müssen, um den Jetlag schneller los zu werden. Aber das ging beim besten Willen nicht. Das Hostel ist ganz cool und stylisch. Wir haben ein Doppelzimmer mit eigener Dusche und Klo - echter Luxus. Im Keller ist die Side Bar, ein echt cooler Mini-Club mit geiler Musik. Ne Mischung aus Rock und Pop, aber echt gut zum Party machen. Wenn wir nur nicht so müde wären. Naja auf jeden Fall besuchen die Briten hier die Side Bar täglich. Und sie scheinen auch Spaß zu haben, denn es riecht hier im Gang öfter mal nach Kotze ;) Und so ziemlich jeder zweite mit dem man im Fahrstuhl fährt, hat ne Fahne.


Freitag, 20. Juni 2008

Die ersten Tage

Oh man, wir haben immer noch nicht den Rhythmus drin. Nervt zwar, aber so können wir wenigstens die EM-Spiele gucken. Es gibt hier auch ab und zu deutsche Nachrichten, Kommissar Rex läuft mit englischem Untertitel und ab und zu laufen deutsche Filme wie Kebab King oder Sonnenallee.

Das Wetter ist für einen Wintermonat super. Circa 18°C - wärmer war es bei uns die letzten Tage jetzt im Sommer auch nicht. Gibt echt Leute, die hier mit kurzen Klamotten und Flip-Flops rum rennen.

Den Behördenkram haben wir jetzt erledigt - Visum in Pass kleben lassen, Konto eröffnet, Steuernummer beantragt. Eine australische Sim-Karte für’s Handy haben wir jetzt auch. Jetzt fehlt nur noch ein Auto. Wir hoffen, dass wir bis Montag eins finden, dann werden wir Dienstag früh nämlich Richtung Norden aufbrechen. Leider haben wir deshalb noch nicht so viel von Sydney gesehen, das werden wir aber morgen nachholen.

Übrigens haben wir heute unseren ersten wilden Kakadu gesehen. Ich hatte ja die Befürchtung, dass wir die einheimischen Tiere hier nur im Zoo sehen werden und dann sehen wir das erste schon mitten in der Stadt. Naja ein Kakadu ist ja nun nicht so aufregend, aber trotzdem.

Ein neues australisches Slang-Wort haben wir heute beim Wrap bestellen gelernt. Ich habe ein Vege Wrap (so stand es dran) bestellt und der Verkäufer hat uns gefragt, ob wir denn wissen was Vege ist. Na klar dachte ich, die Abkürzung für Vegetable. Das war so weit auch richtig, aber in Australien ist Vege auch der Begriff dafür, wenn ein Typ einem anderen die Unterhose hoch zieht. Ich glaub im Deutschen gibt es dafür gar kein Wort. Hier in Sydney versteht man die Australier noch ganz gut, das wird sich in den ländlichen Gegenden sicher ändern.


Montag, 23. Juni 2008

Sightseeing und das australische Gesundheitssystem

Am Freitag sind wir nun endlich dazu gekommen, die ersten Sehenswürdigkeiten in Sydney abzuklappern. Sydney ist echt ne geile Stadt - groß und trotzdem gemütlich, grün, sauber und wenn ich Geld hätte, hätte ich schon 3 Koffer voll Klamotten. Die Australier haben echt Geschmack. Naja zumindest wenn es um Klamotten geht. Das Essen ist nicht so der Knaller, wobei man im Supermarkt auch dieselben Sachen findet wie bei uns. Im Moment ernähren wir uns viel von Wraps und Fertignudelgerichten. Wir könnten uns auch in der Hostelküche etwas kochen, aber da ist es immer ziemlich voll und wir wollen uns nicht um dreckige Töpfe streiten.

Da meine Beine immer noch total taub waren und ich auch blaue Flecke bekommen habe, ohne mich bewusst gestoßen zu haben, waren wir am Freitag noch in einer Apotheke, um irgendwas gegen taube Beine zu besorgen. Die Apothekerin (es sind hier übrigens fast nur Asiaten, die Apotheken führen) hat sich meine Beine angeguckt und gemeint, ich soll lieber erst mal zum Arzt gehen und das abklären lassen. Also habe ich Craig gefragt wo denn der nächste Arzt sei. Nicht ohne zu betonen: „But not those Chinese ones“. Chinesische oder asiatische Ärzte sieht man hier an jeder Ecke, die Läden sehen aber sehr nach Wunderheiler und Kräuterhexe aus. Als Craig nach dieser Bemerkung lachte und meinte er könne mir nicht versprechen, dass ich im Medical Centre keinen chinesischen Arzt bekomme, war mir klar, da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Naja ich hab’ dann natürlich gesagt, dass ich kein Problem mit Asiaten habe, aber Craig hatte das alles schon richtig verstanden. Jedenfalls kamen wir dann im Medical Centre an und haben uns an der Rezeption angemeldet. Es gibt in diesem Medical Centre ca. 10 Ärzte. Zu welchem man kommt, weiß man vorher nicht, außer man möchte unbedingt zu einem bestimmten. Man erkennt die Ärzte dort nicht gleich, weil sie keine Kittel oder so tragen. Einer von den Ärzten war ein kleiner Inder mit Halbglatze und Zopf und mit grimmiger Mine. Ein anderer war ein weißer, dicker, schwitzender Mann der aussah, als bräuchte er selber dringend medizinische Hilfe. Ich habe echt schon Angst bekommen. Als mich dann ein asiatischer Mann aufrief, war das schon ein komischer Zufall. Dr. Ho Cheong war aber super nett und wollte ein Blutbild machen, um zu gucken, ob mir was fehlt. Seit einer Weile habe ich auch eine ziemlich belegte Zunge. Die habe ich ihm auch gleich gezeigt. Worauf er meinte, dass sei eine „Fungal infefction“. Darauf ich „Fungal?, Like Pizza Fungi?, Like Mushrooms?“. Ja! Also Fungial infection ist eine Pilzinfektion. Hört sich ekelig an, ist aber gar nicht so schlimm. Liegt jetzt wohl an der Umstellung und dem deshalb schwachen Immunsystem, meinte er. Habe Tropfen dagegen bekommen und es wird auch schon besser. Blut abgenommen wurde mir dann in einem Extraraum - sah aus wie im Krankenhaus dort. Am Montag habe ich die Ergebnisse bekommen - ist natürlich alles gut. Das Medical Centre hat übrigens sieben Tage die Woche auf. Ach so und bezahlen musste ich natürlich auch noch. Ca. 100,00 Euro hat uns der Abstecher ins australische Gesundheitssystem gekostet. Der arme Chris ist schon ein bisschen genervt davon und meine Eltern zeigen mir sicher auch einen Vogel, aber ich gehe nun mal lieber auf Nummer sicher.

Am Samstag früh ist gegen 7:45 ein hupender Autokorso mit türkischen Flaggen an unserem Hostel vorbei gefahren. Da das EM-Spiel zu der Zeit eine halbe Stunde vorbei war, gehen wir mal davon aus, dass die Türken gewonnen haben. Die EM wird hier doch schon von einigen verfolgt. Heute wissen wir, dass Deutschland gegen die Türkei im Halbfinale steht. Das wird bestimmt lustig in Berlin.

Am Samstag haben wir uns dann auch endlich die Oper und die Harbour Bridge angesehen. Auf dem Weg dahin sind wir durch die Royal Botanic Gardens gelaufen. Echt schön - hier ist ja gerade Winter, im Sommer, wenn alles blüht, weiß man wahrscheinlich nicht mehr, was man zuerst fotografieren soll. Was wir auch voll faszinierend finden, sind die Tiere hier. Zum Beispiel der Australian White Ibis (danke Sasch) läuft hier rum und ist auch gar nicht scheu. Als wir den Vogel begeistert fotografiert haben, haben uns die Leute schon komisch angeguckt. Wahrscheinlich ist das so, wie wenn sich bei uns jemand total freut eine Taube zu sehen und sie fotografiert. Ein Stück weiter haben wir dann in zwei Bäumen eine Horde (heißt das bei Flughunden so?) Flughunde gesehen. Die hängen den ganzen Tag dort rum und ziehen nachts los, um zu fressen. Darunter hing eine Spinne in einem Netz. Es ist wohl keine sehr giftige, aber trotzdem unheimlich. Wir müssen uns mal ein Buch über die Pflanzen und Tiere hier besorgen. Ich werde hier trotzdem nicht mehr so nah an Gebüschen vorbei gehen. Das kann echt lustig werden, wenn wir dann campen und nur noch draußen sind. Später wurden wir dann von einem riesen Lärm angezogen. Auf einer Wiese saßen bestimmt 30 Kakadus die alle ein Problem zu haben schienen. Jedenfalls sind die rumgeflogen, haben geschrieen und sich auf dem Boden gewälzt - coole Vögel.

Die Oper und die Harbour Bridge sind ganz schön. Aus dem Botanischen Garten kann man schöne Bilder von den beiden machen. Auf den Stufen der Oper haben wir natürlich auch die obligatorischen Bilder gemacht. Leider stand die Sonne aber direkt hinter der Oper, so dass wir nicht so schöne Bilder von vorne machen konnten.

Heute, Montag, sind wir ins Aquarium gegangen. Das Aquarium wird ja immer als super schön und das größte der Welt angekündigt. Wir waren aber echt enttäuscht davon. Der Hai-Tunnel ist ganz cool, aber der Rest ist recht langweilig. Es sind auch zu viele Fische in einem Becken - die Armen. Als Taucher hätte uns das Ganze vielleicht mehr interessiert.

Den Jetlag haben wir nun endlich einigermaßen im Griff.

Mit Sonja und Urs, einem deutschen Pärchen (na ja deutschsprechend - Urs hört sich eher nach Schweizer an), werden wir uns wahrscheinlich Mittwochabend treffen, um uns ihr Auto anzugucken - einen 92 Mitsubishi Pajero mit eingebautem Bett und Campingausrüstung. Wir haben bei den beiden ein ganz gutes Gefühl. Ist auch leichter, weil sie deutsch sprechen. Diese ganzen autospezifischen Begriffe habe ich noch nicht drauf - nicht mal im Deutschen, oder wo sind die Zylinderkerzen ;)

Wir bleiben also bis Donnerstag auf jeden Fall noch in Sydney. Wird zwar langsam teuer - auch wenn die Preise ähnlich wie bei uns sind - aber da sind jetzt eben auch Kosten bei, die man am Anfang so ausgeben muss: Telefonkarte, Handykarte, Eintrittspreise, Wasserkocher... Die Kaution und das Geld für’s Frühstück für 5 Tage bekommen wir ja auch wieder. Mal gucken, wie lange wir mit dem Geld hinkommen.

Wir versuchen ab und zu mit meinen Eltern zu skypen. Klappt an sich auch ganz gut, wenn man mal einen Zeitpunkt gefunden hat wo wir beide wach sind und meine Eltern nicht arbeiten müssen. Nur man kann sich dann eben nicht so ungezwungen unterhalten. Tagsüber sitzen unten andere Backpacker und gucken fernsehen, da möchte man ja nicht ins Mikrofon brüllen Waaaas?, Geht’s euch guuut?. Nachts sind dann alle besoffen und man hofft, dass sie einem nicht auf den Laptop kotzen. Unsere Work & Travel Mitgliedskarte ist auch gleichzeitig eine wideraufladbare Telefonkarte und eine Mitgliedskarte für YHA. Mit der Telefonkarte kann man von Australien aus für 50 australische Cent die Minute nach Deutschland telefonieren. Das ist schon echt günstig und wird neben E-Mails wohl unser Hauptkontaktweg sein. Da Christians Eltern über Festnetz oder E-Mail schwer zu erreichen sind, lassen wir uns dafür auch noch etwas einfallen. Vielleicht gibt es ja noch eine günstige Vorwahl für’s Handy.

Für’s Protokoll: Der Cheesburger bei Mc Donalds schmeckt hier wie in Deutschland.


Samstag, 28. Juni 2008

Autokauf und ab in den Norden nach Crescent Head

Gerade (es ist 6:45) liegen wir in unserem Auto im Bett und wollen schnell mal die Ereignisse der letzten Tage aufschreiben. Es ist viel passiert!

Letzen Mittwoch haben wir uns mit Sonja und Urs getroffen. Wie wir schon vermutet haben, ist das ein Pärchen aus der Schweiz. Kenne auch keinen in Deutschland der Urs heißt. Sonja und Urs fliegen heute wieder zurück in die Schweiz und wollten deshalb ihren Mitsubishi Pajero verkaufen. Wir hatten schon in Deutschland mit den beiden Kontakt, weil sie den Pajero auch über www.australien-info.de angeboten haben. Jedenfalls haben wir uns Mittwoch nun in Lewisham getroffen und rein optisch sah der Pajero echt gut aus. Naja für ein 16 Jahre altes Auto zumindest. Klar hat er ein paar Beulen und Schrammen, aber da gibt es echt schlimmere. Sonst ist er auch noch ganz frisch. Hat auch erst 280.000 Kilometer runter ;) - das ist aber wohl gar nichts in Australien.

Die Vorführung fing dann damit an, dass das Auto erstmal gar nicht aufging. Es hat Zentralverriegelung und wenn man es manuell aufschließen würde, würde die Alarmanlage angehen. Also hat Urs ne gute Minute auf den Schlüssel gedrückt. Als er dann endlich auf war, waren wir vom Innenausbau echt begeistert. Urs ist Schreiner und hat eine super Bettkonstruktion zum Zusammenklappen in den hinteren Teil des Pajeros eingebaut. Der Innenraum sieht sehr gepflegt aus und wir haben alles was man so braucht dabei:

2 Campingstühle, 1 Campingtisch, Bettzeug, Sonnenschirm, Campingkocher, Elektrische Heizung, Geschirr, Besteck, 3-Mann Zelt, 2 Planen, 2 Body Boards, 2 Schnorchel mit Taucherbrillen und ein paar Boxen mit allem möglichen Zeug.

Was an dem Pajero auch echt schön ist, ist das riesige Sonnendach - oder Dachfenster direkt über unseren Köpfen wenn wir schlafen. So können wir unter einem Sternenhimmel einschlafen.

Ihr merkt schon, wir legen Wert auf die wichtigen Sachen an einem Auto ;)
Eine Probefahrt haben wir natürlich auch gemacht und was soll ich sagen? Er fährt. Bei der Probefahrt ist Chris gleich bei der ersten Kurve auf die falsche Straßenseite gefahren und hat zum Blinken den Scheibenwischer benutzt. Wir haben halt keine Ahnung von Autos. Er hat hier und da mal geklappert und die Ölstandanzeige ging nicht, aber sonst...

Da wir auch schon im berühmten und wohl besten Backpackerautomarkt Australiens, dem Kings Cross Car Market, waren und es dort nur einen sehr alten ungepflegten Toyota als 4WD gab, haben wir uns entschieden, den Pajero zu kaufen. Wir dachten ja, dass man mit Sonja und Urs auch noch handeln kann, weil sie ja heute schon wieder nach Hause fliegen, aber die beiden waren acht Monate in Sydney und haben hier jetzt Freunde, die das Auto verkauft hätten, wenn sie ihn nicht bis heute verkauft gekriegt hätten. Am nächsten Tag waren sie wohl auch schon mit vier Interessenten verabredet. Selbst wenn das nicht stimmte, uns blieb gar nichts anderes übrig als den Pajero zu nehmen. Also haben wir ihn für circa 4200Euro gekauft. Wenn er ne Weile durchhält, ist das ja auch ein super Preis.

Sonja und Urs haben uns angeboten, uns bei der Registrierung zu helfen. Also sind wir noch am selben Abend zur RTA (Roads & Traffic Authority) gefahren und haben es gerade noch eine Viertelstunde vor Feierabend geschafft. Also schnell eine Nummer gezogen, Formular „Transfer of registration“ ausgefüllt und kurz gewartet. Die Frau am Schalter brauchte dann eine Adresse von uns. Da haben wir natürlich unsere Postfachadresse in Sydney angegeben. Leider war das nicht genug. Sie brauchte einen „proof of residence“ also einen Beweis, dass wir hier wohnen. Ihr würde auch ein Schein vom Hostel reichen. Nagut, die Registrierung schaffen wir wohl heute nicht mehr. Aber wenigstens konnte die Frau kontrollieren, ob noch irgendwelche offenen Zahlungen auf das Auto liefen. Dem war nicht so und so haben wir Sonja und Urs das Geld gegeben und uns verabschiedet. Die Registrierung mussten wir nun also am Donnerstag machen und deshalb auch noch eine Nacht in Sydney verlängern.

Am nächsten Tag, Donnerstag, haben wir uns vom Hostel eine Rechnung besorgt und sind damit gleich früh wieder zum RTA. Immerhin mussten wir ja Donnerstag auch noch eine third-party-property Versicherung für Schäden an anderen Autos, die wir mit unserem Auto verursachen, besorgen. Also keine Zeit verlieren. Im RTA waren wir dann nun bei einer anderen Frau, die nach kurzer Absprache mit ihrem Kollegen meinte, den Beleg vom Hostel könne sie nicht akzeptieren. Wir sollen uns einen Kontoauszug von der Bank mit unserer Adresse drauf besorgen. Na toll, also auf zur Westpac, unserer Bank. Dort konnten sie uns aber auch nicht weiterhelfen, weil wir das Konto erst ein paar Tage haben und sie einen speziellen Kontoauszug anfordern müssten, der dann aber morgen da wäre. Wir waren echt langsam am Verzweifeln. Als letzte Möglichkeit sahen wir noch die Work & Travel Company. Als wir dort die Leute an der Rezeption gefragt haben, ob die uns nicht so einen proof of residence geben können, meinten sie das geht nicht, weil RTA keine Geschäfts- und Postfachadressen akzeptieren würde. Na schöne sch... und nun? Damit wäre der Kontoauszug auch nicht gültig, den wir morgen kriegen könnten, weil da ja auch nur unsere Postfachadresse drauf steht. Jetzt waren wir verzweifelt. Da Craig bis jetzt immer von allem ne Ahnung hatte und sich auch echt um uns Work & Traveller bemüht, sind wir noch mal zu Craig ins Büro gegangen. Der hat uns nur verwundert angeguckt und gemeint, sonst reicht eine Rechnung vom Hostel doch auch. Er meinte wir sollen es in einem anderen RTA-Büro probieren und hat uns auch gleich eins raus gesucht. War zwar ein Stück zu laufen, aber wir hatten ja keine andere Wahl. In diesem RTA-Büro kamen wir recht schnell ran und der nette bärtige Mann hat die Registrierung, nachdem er sich vergewissert hatte, dass die Leute in Bad Saarow auch Wasser und Strom haben, ganz unkompliziert durchgeführt. Na ein Glück, unser Auto ist nun also auf meinen Namen zugelassen. Für die Registrierung zahlt man 3 % Steuern und 26 A$ Ummeldegebühr. Das waren bei uns dann 240 A$.

Eine third-party-property insurance, wie oben schon erwähnt, sollte man auf jeden Fall abschließen. Das ist für Backpacker gar nicht so leicht. Wir haben gehört, dass der Kings Cross Car Market die besten Konditionen für Backpacker, ohne viel Bürokratie, hat. Also sind wir am Donnerstag noch mal zum Kings Cross, das ist übrigens ein Parkhaus, in dem in der dunkelsten unteren 5. Etage Backpacker stehen, die ihre Autos verkaufen wollen. Hier wollten sie nur unsere Führerscheine, die Registrierung und den Pass sehen. Wir haben unterschrieben und 420 A$ Cash bezahlt (das sind ca. 260Euro für ein ganzes Jahr), danach hat der Mitarbeiter von Kings Cross unser Anmeldeformular zur Versicherung gefaxt und 15 Minuten später hatten wir unseren Versicherungsschein. Da wir über 22 Jahre alt sind, haben wir nicht mal einen Selbstbehalt. Die Versicherung deckt also die komplette Schadenssumme ab.

Nun konnte es in der Nacht zum Freitag dann endlich Richtung Norden gehen. Wir sind um 03:00 aufgestanden, haben gefrühstückt und ausgecheckt. Zum Auschecken musste man in diesem Hostel seinen Kopfkissenbezug mit runter bringen. Wir haben uns gefragt, was denn mit den restlichen Bezügen passiert. Werden die nicht gewaschen? Den Gedanken haben wir ganz schnell wieder verdrängt und unsere Sachen ins Auto gepackt. Wir sind dann gegen 04:30 los gefahren. Als erstes zu einer Tankstelle, wo wir erstmal für 100 A$ getankt haben. Das geht eigentlich, sind ca. 60 Euro für einen großen 4WD. Danach ging es dann über die Harbour Bridge auf den Freeway Richtung Norden. Wir sind übrigens so früh los gefahren, um so wenig Verkehr wie möglich auf den Straßen zu haben. An den Linksverkehr muss man sich erstmal gewöhnen. Ist ja nicht nur so, dass die Autos links fahren, das Lenkrad und der Blinker sind auf der rechten Seite und die Handbremse ist links. Die Straßen waren früh halb fünf wirklich noch schön leer, so dass Chris unseren neuen Freund sicher auf den Freeway steuern konnte. Im Moment hat man bei jedem komischen Geräusch, dass das Auto macht einen kleinen Panikanfall. Immerhin ist das Auto jetzt unser zu Hause und sollte doch schon wenigstens ein halbes Jahr ohne größere Reparaturen durchhalten.

Wir haben uns entschieden bis zu einem Campingplatz in Crescent Head zu fahren, den unsere Vorgänger auf der Straßenkarte als sehr schön beschrieben haben. Auf dem Freeway ging es vorbei an Cardiff, Toronto und Newcastle. An der Straße standen fast nur Eukalyptusbäume und da wo gerade welche gefällt worden waren, hat es auch nach Eukalyptus gerochen. Das erste „Achtung Koala“ Schild haben wir auch gesehen. Leider aber keine Koala - dafür aber zwei große und ein etwas kleineres Kangaroo und ein Wallaby, glaub ich. Die lagen alle an der Straße rum. Waren aber leider schon tot ;) Auf Kangoroos muss man hier vor allem nachts wirklich höllisch aufpassen. Echt blöd, dass wir keinen Bull Bar haben. Vielleicht lassen wir so ein Ding noch nachrüsten.

Den Freeway muss man sich wie bei uns eine Autobahn vorstellen. Bis auf die Schilder „Bikes Crossing“ oder „Watch for Bikes“ und eine aus dem nichts auftauchende Kreuzung, an der Autos stehen, sie versuchen mit einem Kick-Start über die Fahrbahn zu kommen, ist es sehr ähnlich. Speedlimit ist hier meist 110 km/h.

Nach circa 5 ½ Stunden Fahrt sind wir dann in Crescent Head angekommen. Auf dem Weg vom Freeway in diesen Ort dachten wir schon, wir hätten uns verfahren, weil die Straßen so leer waren und es nicht so aussah, als ob irgendwo noch mal ein Ort kommt. Crescent Head ist ein echt kleines verschlafenes Nest an einer kleinen Bucht. Es gibt einen Bäcker, ein kleines Lebensmittelgeschäft, eine Apotheke und natürlich einen Surfshop mit Klamotten von Reef und Billabong. Auf dem Campingplatz hier sind viele ältere Leute, die auf dem Golfplatz neben an golfen gehen. Ein guter Platz, um mal von dem Stress der letzten Tage abzuschalten.

Diese Bucht hier scheint bei Surfern echt beliebt zu sein. Die kommen hier mit ihren alten, bemalten Bussen an und surfen den ganzen Tag. Geil! So haben wir uns die Ostküste vorgestellt.

Das Wetter ist auch echt super. Wir haben hier noch nicht eine Wolke gesehen und wenn die Sonne draußen ist, sind circa 25°C. Achso es ist übrigens gerade Winter hier ;) Naja dafür ist die Sonne aber um 17:00 schon weg und dann ist es echt frisch.

Hier in dem Bäcker in Crescent Head gibt es sogar Mohnbrötchen - schmecken wie bei uns, nur mit viel mehr Luft drin. Dunkles Brot kann man auch kaufen. Unser Campingkocher funktioniert auch super. Gestern gab es unsere berühmten Nudeln mit Knoblauch, Zwiebeln, Mandeln, Kräutern, Chilli und Feta. Hat echt gut geschmeckt - fast wie zu Hause. Kangoroofleisch oder so was haben wir noch nicht gesehen. Alkohol bekommt man hier nur im Bottle Shop. Gestern waren wir in einem und haben nach dem besten australischen Bier gefragt. Der Verkäufer, Surfer, trinkt die meisten australischen Biere gerne, findet aber Carlton Dry am besten. Gut, dann müssen wir wohl alle mal probieren. Wir fangen aber mit Carlton Dry an. Es schmeckt irgendwie bitter und trotzdem wässrig. Wir sind uns sicher, dass hier kein Bier ans deutsche Bier ran kommen wird.

Morgen werden wir wahrscheinlich weiter Richtung Surfers Paradise fahren. Von da gibt es dann wieder den nächsten Bericht.

Als wir das erste Mal im Kings Cross waren, hat uns ein Typ angequatscht und gefragt woher wir kommen. Als wir dann meinten aus Deutschland, hat er auch gleich auf deutsch weitergequatscht. Phillip ist aus Ravensburg und war im Kings Cross um seinen alten Campervan zu verkaufen. Er hat uns dann auch gleich ein paar Tipps gegeben und uns erzählt, dass er auf dieses ganze Campen und draußen schlafen nach 8 Monaten nun keine Lust mehr hat und zurück nach Deutschland fliegt. Die Runde einmal um Australien rum (allerdings ohne Uluru) hat er in einem halben Jahr geschafft, gearbeitet hat er auch. Na mal gucken wie lange wir brauchen. Werden uns aber Zeit lassen.