Feburar 2009


Dienstag, 10. Februar 2009

Tassie!, Tassie!, Tassie!

Am Mittwoch (28.01.2009) mussten wir ca. 6 Stunden in Melbourne rum kriegen, bis wir auf die Fähre nach Tasmanien konnten. Dummerweise fing aber gerade die größte Hitzewelle seit Jahrzehnten in Australien an. Deshalb haben wir den halben Tag im Supermarkt, bei McDonalds und in anderen klimatisierten Einrichtungen verbracht - für Sightseeing war es definitiv zu heiß. Um 17:30 konnten wir dann endlich durch die Fahrzeugkontrolle fahren und uns in die Schlange zur Fähre stellen. Die Leute waren alle total nass geschwitzt und hingen rum wie nach einem Marathonlauf durch die Wüste. Für uns war es unvorstellbar, wie manche Leute in Melbourne bei 45°C joggen oder Volleyball spielen können. Wir sahen schon alleine vom Sitzen so aus, als wären wir gerade duschen gewesen und waren kurz vor einem Kreislaufkollaps.

Um 18:30 konnten wir dann langsam auf die Fähre fahren. Dort war es dann auch echt angenehm kühl. Nur in dem Abteil in dem unsere „Ocean View Recliner Seats“ standen, war es genauso heiß wie draußen. Die Sitze sind echt luxuriöse und bequeme Sessel, wahrscheinlich fast so gut wie in der Business Class im Flugzeug, aber wir hätten trotzdem lieber draußen im Gang gesessen, als im Abteil zu schwitzen.

Naja egal, erstmal waren wir eh damit beschäftigt das Schiff zu erkunden und die Abfahrt auf dem Außendeck zu beobachten. Wir sind mit der Spirit of Tasmania II gefahren, die schon ein kleines bisschen einem Kreuzfahrtschiff gleicht. Es gab an Bord Restaurants, ein Kino, eine Spielhalle, einen Souvenirladen, eine Touristeninfo und viele Sitzecken in denen man TV gucken konnte. In der Touristeninfo an Bord kann man sich einen Nationalparkpass für 55 A$ kaufen, mit dem man in alle Nationalparks auf Tasmanien kommt - ansonsten muss man für jeden Nationalpark ca. 10 A$ Eintritt pro Auto zahlen. Unseren Nationalparkpass haben wir uns allerdings erst in der Touristeninfo in Hobart geholt.

Noch bevor das Schiff los gefahren ist, haben wir uns auch gleich erstmal über das Buffet hergemacht. Wenn einem nicht mehr so heiß ist, bekommt man nämlich schnell wieder Hunger. Man konnte sich vom Buffet soviel nehmen, wie auf einen Teller passt. Da wir ja ein bisschen sparen mussten, wollten wir uns einen Teller teilen. Als es dann ans Bezahlen ging, hat uns die Kassiererin gefragt, ob wir uns das Essen teilen wollen und nachdem wir das bejaht hatten, wurden wir von ihr wieder losgeschickt, um uns den Teller noch mal richtig voll zu hauen. Als wir dann wieder bezahlen wollten, meinte sie, dass unser Teller immer noch nicht voll genug war, aber uns hat es gereicht. Dafür sollten wir uns dann noch eine Cola nehmen, die wir nicht bezahlen mussten. Da hatten wir mal wieder Glück. Es sollte aber noch besser kommen.

Gegen halb elf war es oben bei unseren Sitzen immer noch nicht frischer. Deshalb bin ich zur Rezeption runter und hab zum zweiten Mal gefragt, ob sie nicht die Klimaanlage mal anmachen können. Nachdem der sehr nette Herr am Schalter mir mitgeteilt hatte, dass die Klimaanlage defekt sei, wollte er wissen, ob ich alleine reise oder mit wie vielen Leuten ich unterwegs bin. Er meinte dann, ich soll meinen Freund und unser Gepäck holen und dann wieder zu ihm kommen. Er würde uns ein kostenloses Upgrade in eine Kabine geben. Wat? Ick glob’ ick spinn’!!! Eine eigene Kabine mit Dusche, Klo und richtigen Betten. Das war das erste Mal seit sieben Monaten, dass wir nicht im Auto, sondern in einem Bett geschlafen haben und nicht erst Schuhe und Klamotten anziehen, aus dem Auto klettern und über den halben Campingplatz zum Klo laufen mussten. Wat’n Luxus. So traumhaft war die Nacht dann aber doch nicht, weil man das Schiff teilweise ganz schön schaukeln gemerkt hat. Aber wir hatten ja Reisetabletten dabei – Chris hat ja doch aus seinen Great Barrier Reef Erfahrungen gelernt. Nach 11 Stunden Fahrt sind wir in Devonport angekommen und die Temperaturen waren wirklich viel angenehmer als auf dem Festland.

Da wir ja dringend einen Job brauchten, haben wir auch direkt den Harvest Guide angerufen und diesmal auch ein Jobangebot zum Erdbeerenpflücken in Cygnet (ca. 40km nord-westlich von Hobart) bekommen. Wir haben den Farmer dort direkt angerufen und er meinte die Stelle sei noch frei und wenn wir heute noch vorbei kommen, können wir morgen anfangen zu arbeiten. Wir haben uns natürlich direkt auf den Weg gemacht und kamen nach 450km Fahrt in einer Geisterstadt an. Es gab nur einen winzigen Tanteemmaladen und der nächste Supermarkt war wahrscheinlich in Hobart. Der Campingplatz auf dem wir übernachten hätten müssen, war eigentlich nur ein Stück Schafweide, inklusive Schafen, und die Toiletten waren schlechter als die meisten öffentlichen Toiletten in Australien. Einen Kühlschrank gab es auch nicht und Handyempfang konnte man natürlich komplett vergessen. So konnten wir den Farmer auch gar nicht mehr erreichen, um nach dem Weg zur Farm zu fragen. Wir haben es auch gar nicht mehr probiert und ich hätte auch keine Nacht an diesem Ort leben können. Vom Erdbeerenpflücken rät einem auch jeder ab. Man bekommt Ausschlag an den Armen und wird meist pro Korb bezahlt. Später haben wir jetzt von Johanna und René erfahren, dass sie ein Mädel kennen gelernt haben, die beim Erdbeerenpflücken am Tag 20A$ verdient hat. Damit kann man nicht mal den Campingplatz bezahlen. Es war vielleicht nicht die ganz falsche Entscheidung Cygnet ganz schnell wieder zu verlassen.

Auf Tasmanien gibt es generell nicht viele Orte und die Orte die es gibt, sind winzig und etwas unheimlich, naja zumindest wenn man viele Horrorfilme guckt. Jedenfalls sollte man nach Tasmanien nicht kommen, wenn man eine Städtetour machen möchte. Tasmanien ist eben wegen seiner Natur bekannt und beliebt.

Nach dem Erlebnis in Cygnet waren wir erst gar nicht so begeistert von Tasmanien, denn auch auf der Fahrt vom Norden in den Süden Tasmaniens war von der angeblich wunderschönen Natur nicht viel zu sehen. Als wir von Cygnet zurück nach Hobart gefahren sind, gab es dort auch nur einen oder zwei Campingplätze, die vom Hygienestandard ganz unten waren, aber deftige Preise hatten.

Nachdem wir uns am Freitag kurz Hobart angeschaut haben und in der einzigen Whiskey Destillery (Lark Destillery) Australiens einen „Tasmanian Single Malt Whiskey“ für meinen Papa gekauft haben, sind wir weiter nach Port Arthur gefahren. Port Arthur war von 1833 bis 1853 eine Gefangeneninsel für Wiederholungstäter. Dort sollten die Straftäter durch Disziplin und Bestrafung, religiöse und moralische Anleitung, Einteilung und Trennung nach Klassen sowie Ausbildung und Erziehung wieder ein wenig gesellschaftsfähiger gemacht werden. Alle Gebäude in Port Arthur wurden von den Sträflingen selbst gebaut und die Gebäude stehen so als Sinnbild für die handwerklichen Fähigkeiten, die den Gefangenen dort beigebracht wurden. Andersrum wurden Gefangene bei ihrer Ankunft für 4 bis 12 Monate im „Seperate Prison“ in eine winzig kleine Zelle, in der die Gefangenen 23 Stunden am Tag verbrachten, ohne irgendeinen Kontakt zur Außenwelt zu haben, gesperrt. Wenn sie die Zelle verlassen konnten, mussten sie eine Maske tragen, so dass sie nicht mit anderen Insassen Kontakt aufnehmen konnten. Der einzige Mensch, den sie während dieser Zeit sahen und hörten, war der Priester. Noch schlimmer ist der Aufenthalt in einer Strafzelle, bei völliger Dunkelheit. Dort kamen auffällige Insassen rein und auch heute als Besucher kann man sich diese Zelle anschauen. Wenn man die Tür dort zumacht, sieht man wirklich nichts mehr und ich kann mir gut vorstellen, dass man nach einer Weile Halluzinationen bekommt und verrückt wird. Praktisch, dass die Irrenanstalt direkt neben dem „Seperate Prison“ lag. Dorthin sind auch viele Insassen umgezogen.

Über das Gefängnisgelände haben wir eine echt interessante Führung gemacht und danach noch eine Hafenrundfahrt vorbei an der „Isle of the Dead“, also die Insel der Toten, wo über 1.000 Gefangene, Wärter und Anwohner beerdigt wurden.

Der Campground in Port Arthur war übrigens sehr empfehlenswert, am Wasser gelegen und mit schönen Kaminöfen in den BBQ-Ecken und der Küche. Jeder Stellplatz hatte auch eine eigene kleine Feuerstelle.

Auf der Tasman Peninsula haben wir uns außerdem noch den Tasman Arch und die Devils Kitchen im Tasman Nationalpark angeschaut. Dort haben wir uns auch unseren ersten Stempel im Nationalparkpass abgeholt und ein Echidna entdeckt. Das ist ein Ameisen- oder auch Schnabeligel und ist neben dem Schnabeltier eines der zwei einzigen eierlegenden Säugetiere auf der Welt. Der Igel sah echt niedlich aus und hat sich von uns gar nicht stören lassen.

Am 01.02.2009 waren wir im Mt. Field Nationalpark, Tasmaniens ältestem Nationalpark. Dort haben wir eine 2,5 Stunden Wanderung zu den Russell Falls, Lady Barron Falls, Horseham Falls und den Tall Trees Walk gemacht. Die Tall Trees sind eine Eukalyptusart, die bis zu 100 Meter hoch werden können und damit die größte blühende Pflanze auf der Welt sind. Auf dem Weg konnte man auch viele Wallabies beobachten.

Weiter ging es dann in den Lake St. Clair Nationalpark. Der trifft im Norden mit dem Cradle Mountain Nationalpark zusammen und gehört zum UNESCO Weltnaturerbe. Auf dem Weg dorthin wurde uns zwischendurch der Weg von einer großen Schafsherde versperrt, die gerade vom Farmer und seinen Hunden auf eine neue Weide getrieben wurden. Es hat bestimmt eine halbe Stunde gedauert, bis wir durch die Herde durch waren.

Leider hatten wir im Lake St. Clair Nationalpark ein bisschen Pech mit dem Wetter, so dass wir nicht so viel dort sehen und wandern konnten, wie wir vorhatten. Wir haben drei kürzere Wanderungen gemacht, die eine davon in strömenden Regen, was aber auch seinen Reiz hatte - durch den Nebel sah alles ein bisschen mystisch aus.

Abends im Camp kamen mit der Dämmerung auch die ganzen Tiere aus ihren Verstecken. Wir haben eine kleine Nachtwanderung gemacht und dabei unseren ersten lebenden Wombat gesehen, eines der größten grabenden Säugetiere. Der war überhaupt nicht Scheu und sieht eigentlich doch eher aus wie ein kleiner, kuscheliger Bär, als wie ein Meerschwein. Er ist mit seinem dicken Hintern an der Straße lang gelaufen und hat Gras gefressen. Man konnte ihn richtig kauen hören. Übrigens besteht der dicke Hintern aus einer Hornplatte, die zur Verteidigung da ist. Damit können die bis zu 40kg schweren Beutelsäuger nämlich ihren Bau versperren und sogar Eindringlinge an der Decke zerquetschen. Das ist mal ein Beispiel, wo ein dicker Hintern nützlich ist. Was auch noch interessant ist, ist dass aus diesem Hintern nur nahezu quadratischer Abfall raus kommt. Da haben sich wohl sogar schon Wissenschaftler mit beschäftigt.

Außerdem haben wir verschiedene Marder und Opposumarten gesehen. Zum Beispiel den Quoll (Tüpfelbeutelmarder). Sein Fell sieht aus, wie das von einem Rehkitz. Leider waren die Batterien der Taschenlampe dann ziemlich schnell leer, so dass wir uns in unser Bett kuscheln mussten. Wir waren fast am Einschlafen, da sprang auf einmal etwas auf unser Autodach. Zum Glück muss man auf Tasmanien immer mit Regen rechnen, so dass wir das Dachfenster zu hatten. Wir haben die Verkleidung vom Dachfenster aufgeschoben und gerade noch einen großen buschigen Schwanz über das Fenster schleifen sehen. Das war wohl ein Opposum. Generell war der Campground nach Einbruch der Dunkelheit von Opposums bevölkert, die den Müll nach Essbarem durchsucht haben. Zwei Französinnen haben uns sogar erzählt, dass sie ein Opposum im Auto hatten. Die hatten wohl die Türen kurz offen, waren dann duschen und haben das Oppossum aus Versehen im Auto eingesperrt und als sie dann nach dem Duschen das Auto wieder geöffnet haben, kam ihnen das Opposum entgegen gesprungen. Horrorvorstellung. Es war ja auch schon dunkel und die Beiden mussten dann mit einer Taschenlampe gucken, ob nicht vielleicht noch so ein nettes Tierchen unter der Bettdecke hockt.

Am nächsten Tag sind wir dann in westliche Richtung nach Strahan gefahren. Die Straße dorthin, vor allem bei Queenstown, war extrem kurvig und hügelig. So kurvig, dass ich mich zwischendurch auch mal aus dem Auto lehnen und nach Ulf rufen musste. Auch die schöne grüne Landschaft konnte das nicht wieder gut machen.

Strahan ist ein sehr schöner kleiner Urlaubsort. Sehr gemütlich und am Gordon River gelegen. Hier kann man unter anderem eine Bootsfahrt in den Regenwald machen. Wir haben von vielen Leuten gehört, dass das ein Highlight ihres Tasmanien-Trips war. Unsere Geldnot ließ das aber leider nicht zu. Also haben wir uns dazu entschlossen, mal wieder angeln zu gehen. Vom Campingplatzbesitzer haben wir den Tipp bekommen, am Macquarie Harbour zu angeln. An dieser Stelle fließen der Gordon und der King River in den Indischen Ozean und wegen der gefährlichen Gezeitenströmungen wird dieser Ort auch Hell's Gates genannt. Das Wasser sah auch irgendwie komisch aus, total blutig (oder eher eisenhaltig). Jedenfalls haben die Leute neben uns einen Fisch nach dem anderen aus dem Wasser gezogen, nur wir sind wieder leer ausgegangen. Chris wurde dann noch von einer Wespe in den Hals gestochen. Der Stich ist ziemlich dick geworden und war noch ein paar Tage zu sehen. Wir haben in ganz Australien nicht so viele Wespen gesehen, wie auf Tasmanien. Dagegen waren die Fliegen im Outback schon fast angenehm.

Am 04. Februar sind wir auf dem Weg in die Cradle Mountains an den Montezuma Falls, den höchsten Wasserfällen auf Tasmanien (104m), vorbeigefahren. Auf dem Weg dorthin haben wir unsere erste lebendige Schlange in Australien gesehen – eine relativ große und giftige Tiger Snake. Vom Parkplatz aus sind wir ca. 2 Stunden über einen extrem matschigen Weg durch den Regenwald gelaufen. Vor den Wasserfällen war eine ziemlich wackelige und hohe Hängebrücke gespannt. Schön, dass auf der anderen Seite der Brücke das Hinweisschild stand, das nur zwei Leute auf einmal auf die Brücke dürfen. Naja, außer uns waren nur noch 5 andere Leute da. Leider musste man denselben Weg wieder zurück laufen. Das finden wir immer ein bisschen langweilig.

Der Cradle Mountains Nationalpark war definitiv ein Highlight unserer Australienreise. Am Mittwoch, den 05. Februar 2009, sind wir dort angekommen und haben auf dem sehr schönen Campingplatz (mit offenen Kaminen in der Campkitchen und durch Hecken abgetrennten Stellplätzen) eingecheckt. Da sich die Schönheit der Cradle Mountains schon herumgesprochen hat, war der Cradle Mountains Nationalpark der touristischste Ort auf Tasmanien. Es gab, neben Restaurants und Geschäften, auch Busparkplätze und Hubschrauberrundflüge. Das hohe Besucheraufkommen wird hier durch eine Schranke gebremst. So kann immer nur eine bestimmte Anzahl an Fahrzeugen direkt in den Nationalpark fahren. Falls es mal zu voll wird, kann man entweder an der Schranke warten bis jemand raus fährt, oder man nutzt den Busshuttle. Was ein bisschen Schade ist, ist das man wegen der vielen Besucher nicht im Nationalpark selbst campen kann, wie es sonst die Regel ist. Der Campingplatz liegt ein Stück außerhalb.

Nachdem wir uns am Mittwoch mit Informationen über die Wanderwege in den Cradle Mountains eingedeckt haben, sind wir noch zum Dove Lake unterhalb der Cradle Mountains gefahren und haben uns auf den Weg zum Marions Lookout gemacht, von wo aus man einen 360° Blick über die Region hat. Die Wanderwege sind in drei Schwierigkeitsgrade eingeteilt: leichte Spaziergänge, Wanderwege (hier kann es über Stock und Stein gehen, aber wenn man nicht komplett unfit ist, sind diese kein Problem) und Wanderwege für Fortgeschrittene die wirklich nicht ohne sind.

Zum Marions Lookout gibt es zwei Wege, einmal einen 2 ½ stündigen Wanderweg, der am Wombat Pool und Lake Lila vorbeiführt und einen für Fortgeschrittene, über den man eine halbe Stunde schneller oben ist. Da es schon 17:00 Uhr war und die Sonne gegen 20:00 unterging, haben wir uns für den schnelleren Weg entschieden – keine gute Idee. Wir sind echt 2 Stunden über lose Steine und Felsbrocken nach oben auf den Berg gekrakzelt. Der Ausblick oben hat uns zwar für die ganzen Anstrengungen entschädigt, aber der Muskelkater am nächsten Tag war die Hölle.

Am nächsten Morgen sind wir vom Ronny Creek Parkplatz ein Stück vom Overland Track, vorbei an den Crater Falls und Crater Lake gelaufen. Auf den ersten paar 100 Metern läuft man über einen Steg über die Graslandschaft und kann hier jeden Abend viele Wombats beobachten, die auch sogar richtig nah kommen.

Kurz mal was zum Overland Track: Der Overland Track ist wohl einer der bekanntesten Langstreckenwanderwege weltweit. Jährlich laufen rund 9000 Menschen den 80km langen Track quer durch die Cradle Mountains. Abhängig vom Wetter und den Abstechern die man macht, benötigt man für diese Wanderung 5 bis 7 Tage. Man muss sich für den Overland Track registrieren lassen. Zur Hauptzeit (November-April) darf der Track nur von Norden nach Süden gelaufen werden. Verbindlich gebucht wird dabei nur der Tag an dem los gelaufen wird. Man kann sich dann so viel Zeit nehmen, wie man für den Track braucht. Es gibt unterwegs, bis auf ein paar Hütten und mal ein Plumpsklo, natürlich keine Infrastruktur. Man muss also für die komplette Zeit seine Verpflegung im Rucksack mitschleppen. Außerdem sollte man auch an einen Gaskocher denken, wenn man sich mal Wasser oder was zu Essen warm machen möchte. Geschlafen werden kann in einfachen Hütten, die aber zur Hauptsaison oft überfüllt sind. Deshalb ist es auch Pflicht, ein Zelt mitzunehmen. Da kann der Rucksack schon recht schwer werden. Trotzdem ist es bestimmt ein einmaliges Erlebnis durch diese Natur vom Cradle Mountain zum Lake St. Clair zu wandern. Kurz haben wir auch daran gedacht, diese Wanderung zu machen.

Es sprachen aber zu viele Sachen dagegen: 1. Mit 160 A$ Anmeldegebühr pro Person zu teuer für uns, 2. Wir hätten uns eine Bushwalking-Ausrüstung kaufen müssen, 3. Wie bekommen wir unser Auto zum Ziel? – wobei das eigentlich kein Problem ist, weil man sich von einem Bus abholen lassen kann. Wie auch immer, es war zu teuer und man sollte sicher auch trainierter für so eine Wanderung sein, als wir es sind. Uns haben manche Anstiege im Cradle Mountains Nationalpark auch ohne 15kg Rucksack auf dem Rücken gereicht.

Am letzten Tag sind wir den längsten Walk gelaufen. Das Wetter war super und so hat es sich gelohnt ein Stück des Overland und Face Tracks zu laufen. Der Weg ging über den Marions Lookout, vorbei an der Kitchen Hut (rustikale Notunterkunft für Wanderer), unter der Spitze des Cradle Mountains lang und einen steilen Weg zum Dove Lake hinunter. Diese Wanderung war wirklich empfehlenswert, denn man hat super Ausblicke und Fotomotive. Allerdings kann man den Face Track teilweise nicht als Track bezeichnen. Er war nicht besonders gut ausgeschildert und als Weg nicht zu erkennen. Wir sind wieder mehr geklettert, als gelaufen. Der Abstieg war für mich echt die Hölle und ich hab mir Gedanken gemacht, wie die mich hier mit gebrochenen Extremitäten abtransportieren wollen. Ich bin nur gerutscht und umgeknickt und hab mir das Schienbein ordentlich geprellt. Wir hatten schon ziemlich gute Trekkingschuhe, allerdings wären für diesen Weg auf jeden Fall knöchelhohe Schuhe empfehlenswert gewesen – und Schienbeinschoner.

Nach diesen wunderschönen Eindrücken mussten wir wohl oder übel mal wieder an die Jobsuche denken. So sind wir nach Norden gefahren und haben die Städte Stanley, Smithston, Burnie und Wynyard abgeklappert und bei Jobvermittlungen, Farmen und Hotels/Restaurants nach Jobs gefragt. In Wynard gibt es eine sehr große Tulpenfarm, die auch oft Backpacker einstellt. Wir waren aber wieder mal einen Tag zu spät, denn kurz vor uns wurden zwei andere deutsche Backpacker eingestellt. Wir konnten uns aber mit einem Angestellten (Niederländer, der selbst als Backpacker dort angefangen hat und jetzt seit 20 Jahren dort arbeitet) unterhalten, der uns noch ein paar Tipps gegeben hat, wo wir es noch versuchen können. Außerdem haben wir erfahren, dass die Tulpen von dort auch nach Holland exportiert werden. Wer hätte das gedacht.

Am Montag, 09.02.2009, sind wir weiter nach Launceston gefahren, aber auch dort wurde nichts geerntet. Wir hatten dann auch echt keinen Bock mehr rumzugurken und an fremde Türen zu klopfen. Durch die schlimmen Buschbrände bei Melbourne und die Überschwemmungen im Norden von Queensland, sah es auch wirklich schlecht mit Arbeit aus, weil ja viele Arbeiter vom Festland nach Tasmanien gekommen sind. So haben wir uns relativ spontan dazu entschlossen, wieder nach Hause zu fliegen. Dazu kam auch noch, dass meine Eltern beide ins Krankenhaus müssen. Da macht man sich schon so seine Gedanken und möchte gern zu Hause sein.

Also haben wir am Dienstagvormittag ein Ticket für die Fähre am Abend gebucht und waren dann am Mittwochmorgen schon wieder in Melbourne und haben uns direkt auf den Weg in Richtung Sydney gemacht. Vorher haben wir aber noch die Buschbrandhotline angerufen, um sicher zu gehen, dass die Strecke auch frei war. In den Nachrichten kam nämlich kurz vorher noch die Info, dass es in der Gegend brennt.

Tasmanien hat sich definitiv gelohnt. Man muss sich mal vorstellen, dass fast 50% der Insel aus Nationalparks besteht und ein Großteil von ihr nicht zugänglich ist. Selbst mit dem Geländewagen kommt man im Süd-Westen nicht weiter. Allerdings muss man sich auch darauf einstellen, dass das Wetter sich in Tasmanien stündlich ändern kann.